Bericht vom 5. Seminar unseres gemeinsamen marxistisch-leninistischen Fernstudiums von KPD und offen-siv

Am 4. und 5. März 2017 fand das fünfte Seminar unseres Fernstudiums statt, wie immer in Hannover.

Nach der Wiederholung beschäftigten wir uns am Sonnabend zunächst mit dem grundsätzlichen Gehalt der Frage von gesellschaftlichem Eigentum an den Produktionsmitteln und Planwirtschaft einerseits, andererseits mit der Frage der Geltung oder Überwindung von Wertgesetz und Warenproduktion im Sozialismus.

Danach untersuchten wir die Praxis des Sozialismus in der UdSSR, zunächst also den Aufbau der Planwirtschaft, die Industrialisierung, die Kollektivierung der Landwirtschaft und die Praxis der Planungsbehörden inklusive der Initiative der Massen. Dann folgte die Analyse des schrittweisen Rückbaus der Planwirtschaft seit dem XX. Parteitag, also mit der Chruschtschow-Ära, den Kossygin-Reformen und schließlich mit der Perestroika Gorbatschows.

Abends ging es dann um die DDR, ihre Errungenschaften und Erfolge, aber auch um revisionistische Tendenzen in der Spätzeit der SED und die Infiltration durch imperialistische Kreise, die dazu besonders die linke Sozialdemokratie nutzen. Naturgemäß gab es hier viele interessierte Fragen und Überlegungen.

Am Sonntag Morgen war zunächst unsere geplante Flugschrift „Was wäre wenn …“ wir Sozialismus hätten Thema. Die meisten Beiträge waren bereits fertiggestellt, drei Themenbereiche sind noch zu bearbeiten und erfreulicher Weise fanden sich sofort drei Genossen, die diese zu übernehmen bereit waren. Zum nächsten Seminar wird die Flugschrift fertig gestellt sein. Sie soll sowohl als eigenständige Schrift (von ca. 30 Seiten) erscheinen (für Gruppen, Bündnisse, Stände usw), als auch in der offen-siv und der Roten Fahne (wahrscheinlich als „Fortsetzungsserie“) publiziert werden.

Danach wandten wir uns der Parteitheorie zu. Zunächst leiteten wir die Notwendigkeit der Partei aus den Mystifizierungen der Oberfläche der bürgerlichen Gesellschaft ab, dann vergewisserten wir uns der grundlegenden Einsichten der Parteitheorie Lenins. Danach beschäftigten wir uns und mit Grundsätzen der KPD.

Das Seminar endete am frühen Sonntag Nachmittag mit der Analyse dessen, was man „Anti-Stalinismus“ nennt. Wir betrachteten seine Inhalte, seine Verdrehungen und Lügen und seine politische Funktion.

Besonders war bei diesem Seminar, dass Norbert und ich Verstärkung bekommen haben durch drei weitere kompetente Referenten: Michael Kubi zum Aufbau des Sozialismus in der Sowjetunion, Jürgen Geppert zu den Erfolgen und Errungenschaften der DDR und Torsten Schöwitz, Vorsitzender der KPD, zur Parteitheorie.

So fuhr ich nach dem Seminar wieder sehr zufrieden nach Hause, mit dem guten Gefühl, dass uns eine sehr tiefgehende Auseinandersetzung mit allen Themen gelungen ist und die Teilnehmer/innen eine fast nicht vorstellbare Intensität und Ausdauer an den Tag gelegt haben – am Sonnabend tagten wir, nur unterbrochen von kurzen Pausen, von 12.00 Uhr mittags bis 21.30 Uhr abends! Die Gruppe wächst immer mehr zusammen und es gibt schon erste Überlegungen, wie es denn nach dem Ende des Fernstudiums weitergehen könnte. Es ist sehr schön und ausgesprochen befriedigend, so etwas durchführen zu können.

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