Bericht vom zweiten Seminar des gemeinsamen marxistisch-leninistischen Fernstudiums von KPD und offen-siv

Beim zweiten Seminar ging es um weitere Schritte zum Thema Grundlagen der politischen Ökonomie des Kapitalismus. Das erste Seminar hatte, was die Ökonomie angeht, nach der Analyse der Ware inkl. der Probleme von abstrakter und konkreter Arbeit, den Wertformen und des Geldes geendet mit der Darstellung der allgemeinen Formel des Kapitals, also der Formel

G – W (Produktionsmittel und Arbeitskraft) … Produktion … W‘ – G‘, wobei sich hinter W‘ nicht nur neue Waren verbergen, sondern in der Summe auch eine Größere Wertsumme, also G‘ > G.

Dazu gehörte die Frage der Ausbeutung, also Kauf und Verkauf der Arbeitskraft, Wert und Gebrauchswert der Arbeitskraft.

Nun, beim zweiten Seminar, ging es weiter mit den konkreten Ausformungen der allgemeinen Formel, also fixes und zirkulierendes Kapital, konstantes und variables Kapital, Mehrwertrate und Profitrate, Formen der Mehrwertproduktion (absoluter und relativer Mehrwert), dann die Verwandlung von Mehrwert in Kapital, also das allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation, dabei mit großem Augenmerk auf die Konzentration und Zentralisation des Kapitals und die Bildung der industriellen Reservearmee, also die dem Kapitalismus innewohnende strukturelle Arbeitslosigkeit. Danach machten wir uns mit dem Extraprofit vertraut und mit den Resultaten der Jagd nach diesem und kamen zum Gesetz des tendentiellen Falls der Profitrate. Dabei betrachteten wir die Entstehung des Kapitalfetisches, also der Illusion, dass Kapital Wert schaffend sei. Schließlich betrachteten wir die Herausbildung des Monopolkapitalismus und Lenins Imperialismustheorie, diese sehr intensiv und genau.

Die Teilnehmer/innen hatten zwischen den Seminaren die ihnen mitgegebenen Leitfragen beantwortet und an mich zurückgesandt, so dass Norbert und ich zu Beginn des zweiten Seminares eine konkret auf die noch vorhandenen Unklarheiten, Fragen oder Missverständnisse zugeschnittene Wiederholung durchführen konnten.

Es waren knapp 30 Teilnehmer/innen anwesend, fünf hatten sich im Vorfeld wegen Krankheit entschuldigt, vier hatten unentschuldigt gefehlt, alle vier haben sich aber nachträglich gemeldet, um Entschuldigung dafür gebeten sich nicht im Vorfeld gemeldet zu haben und uns ihrer weiteren Teilnahme versichert.

Das Klima war wieder sehr aufmerksam, es gibt eine hohe Disziplin, die ich an zwei Beispielen verdeutlichen will. Zwei Teilnehmer, die beim ersten Seminar bei der Festlegung des Termins für das zweite Seminar gesagt hatten, dass sie zu diesem Termin verhindert wären (wir haben den Termin trotzdem genommen, weil bei allen anderen Möglichkeiten noch mehr Genossen/innen nicht hätten kommen können), haben ihre Teilnahme trotzdem möglich gemacht, ihre anderweitigen Verpflichtungen also verschoben. Und genau so war es auch mit Norbert, meinem Mitreferenten und Mitorganisator: Wir haben für das nächste, also das dritte Seminar das Wochenende 24./25. September festgelegt, weil dort nur ein Teilnehmer nicht kann, an allen anderen möglichen Terminen waren aber jeweils sieben bis neun Teilnehmer/innen verhindert. Wir haben diesen Termin nach eingehender Überlegung festgelegt, weil dort nämlich neben dem einen Genossen, der verhindert sein wird, ausgerechnet Norbert nicht zur Verfügung stand, ich das Seminar also hätte alleine bestreiten müssen. Aber wie es so ist: Norbert hat einige Termine und seinen Urlaub umgelegt, so dass er nun doch teilnehmen kann.

Das zeigt eine sehr hohe Verbindlichkeit und Wichtigkeit des Fernstudiums für alle Teilnehmer/innen.

Ausblick: Beim dritten Seminar werden wir mit der marxistischen Krisentheorie zunächst grundsätzlich, danach konkret mit der Analyse der letzten tiefen Krise 2007/8, dem Leid Griechenlands und der Rolle von IWF, Weltbank und EZB sowie mit einem intensiven Blick auf die historische und aktuelle Entwicklung des deutschen Imperialismus den Themenblock politische Ökonomie des Kapitalismus abschließen und zur Frage übergehen, was denn die politische Ökonomie des Sozialismus ist bzw. sein muss, was sich also hinter dem Begriff Planwirtschaft verbirgt und welche Tragweiten und Konsequenzen, Folgen und Bedingungen damit verbunden sind. Darauf wird eine historische Analyse der Entwicklung des Sozialismus vor allem in der UdSSR folgen – einschließlich der Analyse der Entwicklung des modernen Revisionismus. Wenn dann der gesamte ökonomische Teil beendet sein wird, wird es um die notwendigen politischen Bedingungen für den Sozialismus gehen, also die Frage der Macht der Arbeiterklasse, die leninistische Parteitheorie, die Revolutionstheorie, die Kampfformen, den Kampf gegen den Revisionismus usw.usf.

Es ist mir eine große Freude, mit diesen insgesamt mehr als 30 Genossinnen und Genossen diese Arbeit zu machen.

Frank Flegel

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